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Reinigungsmittel richtig dosieren: Warum mehr nicht besser reinigt

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Reinigungsmittel-Konzentrat mit einem Messbecher korrekt in einen Wassereimer dosieren

Bei hartnäckigem Schmutz liegt der Griff zu einer grösseren Menge Reinigungsmittel nahe. Doch eine höhere Dosierung führt nicht automatisch zu einem besseren Ergebnis. Sie kann unnötige Rückstände hinterlassen, Oberflächen belasten, die Arbeitssicherheit beeinträchtigen und die Kosten erhöhen. Entscheidend ist die für Produkt, Verschmutzung und Anwendung vorgesehene Gebrauchskonzentration.

Warum «mehr» nicht automatisch «sauberer» bedeutet

Reinigungsmittel sind so formuliert, dass sie innerhalb eines bestimmten Dosierbereichs wirken. Wird dieser Bereich überschritten, steigt die Reinigungsleistung nicht im gleichen Verhältnis. Stattdessen können sich unerwünschte Effekte zeigen:

  • Rückstände oder Schlieren auf der Oberfläche
  • zusätzlicher Spül- und Wasserbedarf
  • höhere Exposition der anwendenden Personen
  • unnötiger Produkteinsatz und höhere Kosten
  • mögliche Belastung empfindlicher Materialien oder Geräte

Die britische Arbeitsschutzbehörde HSE weist für professionelle Desinfektionsanwendungen ausdrücklich darauf hin, dass Arbeitskonzentrationen die Herstellervorgaben nicht überschreiten sollen: Eine Überdosierung erhöht die Risiken für Mitarbeitende, ist verschwenderisch und kann Anlagen oder Geräte beschädigen.

Unterdosierung ist ebenfalls keine Lösung

Zu wenig Produkt kann dazu führen, dass Schmutz nicht ausreichend gelöst wird. Dann sind zusätzliche Arbeitsgänge nötig, die mechanische Belastung steigt oder das Ergebnis bleibt unbefriedigend. Die richtige Dosierung liegt deshalb weder möglichst hoch noch möglichst tief, sondern innerhalb der Herstellerangabe für die konkrete Anwendung.

Vier Faktoren bestimmen die richtige Dosierung

1. Art und Stärke der Verschmutzung

Leichte Unterhaltsverschmutzung benötigt häufig eine geringere Konzentration als starke, fest haftende oder lange aufgebaute Verschmutzung. Verwenden Sie die auf Etikett oder Anwenderinformation genannten Abstufungen.

2. Produktkonzentration

Ein Konzentrat wird vor der Anwendung in der vorgesehenen Menge mit Wasser verdünnt. Die kleine Menge in der Dosierangabe ist kein Hinweis auf geringe Wirkung, sondern Teil des Produktkonzepts.

3. Wassermenge und Wasserhärte

Die Dosierung bezieht sich in der Regel auf eine bestimmte Menge Anwendungslösung. Messen Sie deshalb auch das Wasser und berücksichtigen Sie Hinweise zur Wasserhärte, sofern diese für das Produkt angegeben sind.

4. Reinigungsmethode und Oberfläche

Manuelle Reinigung, Maschine, Sprühverfahren oder Tauchbad können unterschiedliche Konzentrationen erfordern. Ebenso wichtig ist die Materialverträglichkeit. Prüfen Sie empfindliche Oberflächen vorab an einer unauffälligen Stelle.

So dosieren Sie Konzentrate zuverlässig

  1. Anwendung prüfen: Ist das Produkt für Oberfläche und Verschmutzung vorgesehen?
  2. Herstellerangabe lesen: Etikett und Anwenderinformation sind massgebend.
  3. Wassermenge bestimmen: Eimer, Tank oder Flasche nicht nur ungefähr befüllen.
  4. Produkt abmessen: Dosierbecher, Dosierflasche oder geeignetes Dosiersystem verwenden.
  5. Reihenfolge beachten: Die produktspezifische Anleitung befolgen und Spritzer vermeiden.
  6. Ergebnis kontrollieren: Bei ungenügendem Ergebnis zuerst Methode, Einwirkzeit, Mechanik und Verschmutzungsart überprüfen, statt sofort stärker zu dosieren.

Beispielrechnung

Bei einer Dosierangabe von 20 ml pro 10 Liter Wasser werden für einen 5-Liter-Eimer 10 ml Produkt benötigt. Die Umrechnung lautet:

benötigte Produktmenge = vorgesehene Dosierung × tatsächliche Wassermenge ÷ Bezugswassermenge

Massgebend bleibt immer die Dosierangabe des jeweiligen Produkts. Prozentangaben, Milliliter pro Liter und Mischungsverhältnisse dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Warum Konzentrate ökologisch sinnvoll sein können

Konzentrate können Verpackungs- und Transportaufwand reduzieren, weil weniger Wasser im fertigen Produkt transportiert wird. Dieser Vorteil kommt jedoch nur zum Tragen, wenn korrekt dosiert wird. Eine dauerhaft zu hohe Dosierung macht einen Teil des Ressourcenvorteils wieder zunichte.

Auch bei den Kriterien des EU Ecolabel spielen Dosierung, Verpackung, eingeschränkte Verwendung gefährlicher Stoffe und nachgewiesene Gebrauchstauglichkeit eine wichtige Rolle.

Wichtige Sicherheitsregel

Reinigungsmittel niemals miteinander mischen. Eine Mischung kann gefährliche Reaktionen oder Dämpfe verursachen und die chemischen Eigenschaften verändern. Verwenden Sie jedes Produkt ausschliesslich gemäss Etikett, Anwenderinformation und Sicherheitsdatenblatt.

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Legen Sie in professionellen Betrieben für wiederkehrende Arbeiten eine kurze Dosiertabelle direkt am Einsatzort ab. Einheitliche Messhilfen und klare Arbeitsanweisungen reduzieren Verbrauch, Fehler und unterschiedliche Reinigungsergebnisse.

Quellen und weiterführende Informationen

Indietro Avanti